Das B-Netz


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Ende der 60er Jahre bekam die Firma TE-KA-DE von der Deutschen Bundespost den Auftrag, ein Mobilfunknetz zur Selbstwahl vom Auto aus zu entwickeln. Die Entwicklung ging gut voran, da die Firma TE-KA-DE schon beim A-Netz federführend war.

Anfang 1969 berichtete die Funkschau über Fortschritte und über den Prototyp eines Zifferngebers (den es 1972 dann wirklich im BSA21 zu kaufen gab). Am 22.8.1969 stellte Postminister Dr.Dollinger das Selbstwahltelefon auf einer Pressekonferenz vor.


1971 konnten dann Besucher der Hannover Messe von einem Kinderwagen aus erstmals mit dem B-Netz öbL`n (PDF 188kB).

Nicht ohne Humor stand auf dem Kinderwagen: „Der Post jüngstes Kind




Aber erstmal war Aufräumen angesagt: Die Grundgebühr stieg von 45.-/65.-DM auf 270.-DM. Begründung der Post: „die bisherige Gebührenstruktur“ hatte „Erprobungscharakter“ und wurde jetzt erstmals „überprüft“. In Wirklichkeit verlangte der Ausbau des B-Netz Unsummen. Und wer sollte sich die neuen B-Netz-Telefone zum Preis von 12.000.- DM kaufen, wenn man für rund 6000.-DM ein perfektes neues A-Netz Telefon bekam. Aber wer 270.-DM monatlich erübrigen konnte, für den sollte das eigentlich keine Hürde sein.

1972 war dann der offizielle Startschuss für ein schon bestehendes Netz. Den Anfang markierten die Geräte BSA21 , BSA22 und BSA23 von TEKADE. Telefunken brachte Mitte 1972 sein 4015 heraus.

1973 hatte das B-Netz gerade mal 144 Teilnehmer. Da war reichlich Zeit Startprobleme ohne große Presse zu beheben.

1974 - 1977 stieg die Teilnehmerzahl auf 8000 Teilnehmer.

1978 war dann das Netz mit 40% Neuzugängen auf 12.000 Teilnehmern so überlastet, das am 21.5.1979 ein Aufnahmestopp für Neuzugänge erteilt wurde. Schied ein Teilnehmer aus, bekam er eine „Abmeldebestätigung“. Das besondere: Die „Abmeldebestätigung“ war nicht an die Anlage und auch nicht an die Person gebunden. Sie konnte an andere weiter veräußert oder auf eine neue Anlage übertragen werden. Interessant wie die Post damals das Problem einer Warteliste umging. Allerdings tobte die Geräte-Industrie, da B-Netz Anlagen jetzt faktisch unverkäuflich waren.

Um die Nachfrage wieder anzukurbeln senkte die Post am 1.1.1980 die Grundgebühr auf 180.- DM, führte allerdings eine Funkkanalgebühr ein.

Mitte 1980 kam das versprochene B2-Netz. Gleiche Technik wie das B-Netz, aber mit mehr Funkkanälen ausgestattet (die waren vom A-Netz übrig). B2-Netz´ler konnten natürlich auch auf Kanäle des B-Netz zurückgreifen. Die Umrüstkosten legte die Post auf ihre Neukunden um und verlangte von B2-Netz´lern wieder 270.- DM im Monat.

In den Jahren 1980 bis 1986 stieg die Teilnehmerzahl auf 26.680. Dann drückten B-Netz-Teilnehmer Sorgen über die bevorstehende Abschaltung des Netzes (Genehmigungen wurden nur bis zum 31.12.1992 ausgestellt). C-Netz Geräte dagegen versprachen bessere Technik zu kleinerem Preis. Abermals wurde die Grundgebühr gesenkt, diesmal für B- und B2-Netz auf 120.- DM.

Erst Ende 1990 erklärte das inzwischen geschaffene „Zentralamt für Mobilfunk“ in Darmstadt per Rundschreiben eine Verlängerung bis zum 31.12.1994. Das war mit Auslastungsproblemen beim C-Netz zu erklären (hoffnungslos überlastet nicht zuletzt wegen der Nachfrage in den neuen Bundesländern). Ende 1991 war die Teilnehmerzahl trotzdem auf 14.390 gesunken. Wirklich abgeschaltet wurde das B-Netz erst März 1995. Die Bundesbahn hatte mal wieder die Umstellung Ihres Zugfunkdienstes verschlafen (siehe A- und C-Netz...).

Das B-Netz war 1971 ein Meilenstein. Nicht zuletzt wegen gleicher Netztechnik in Österreich, Niederlanden und Luxemburg, war dieses auch das erste Netz mit Roaming. Auch der Möglichkeit „Ortsgespräche“ zu führen wurde lange hinterher geweint. Heutige Netze mit Genion, D1 City etc. trösten aber über diesen Schmerz hinweg.

PS:

Im Post-Jargon wurde das B-Netz 1980 vom B2-Netz ersetzt, man sprach ab jetzt vom Teilbereich I und Teilbereich II des B2-Netzes. Offiziell endet damit das B-Netz 1980 und das B2-Netz 1994...

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